Zensur
Angaben - Schlacht um Stalingrad

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                                Zensurformen:

      · Zensur durch die Fp Prüfstelle
      · Kompanieführerzensur
      · OKW Zensur für Feldpost aus dem Ausland in den Kessel bzw. umgekehrt
      · OKW Zensur für Feldpost aus dem Kessel ins Ausland

      Die Prüfung der Feldpost Front – Heimat erfolgte beim
      Pz. Armeeoberkommando 4 ( Pz AOK 4 ) = FpNr. 36819

      Rittmeister und Leiter der Dienststelle d. F.P. 36819 : Dr. Graf von Zedtwitz

      Umfang der vorgenommenen Prüfungen durch die Fp. Prüfstelle.

      ca. 10 000 Sendungen in der Zeit vom 14.12.1942 – 22.12.1942

      bzw.

      ca. 11 237 Sendungen in der Zeit vom 30.12.1942 – 16.01.1943

      insgesamt also ca. 21 237 Sendungen von 2,9 Millionen
      Einzelsendungen Heimatpost
        = 0,73 %


      Bei der Lektüre der Briefe darf nicht vergessen werden, daß sich die Verfasser einer gewissen Selbstzensur unterwarfen. Zum einen wollte man mit den Berichten von der Front die Angehörigen in der Heimat nicht allzu sehr beunruhigen. Zum anderen mußte man wegen der Feldpostzensur Vorsicht walten lassen. Bis zur Kapitulation wurden im Kessel von Stalingrad die Briefe der Armeeangehörigen von der Feldpostprüfung gründlichst ausgewertet.

      Anbetracht der Lage in Stalingrad und des Umstandes. daß viele der Briefe die letzten und manche ausgesprochene Abschiedsbriefe waren, wurde die Kontrolle der FPP./ Pz.AOK.4 sehr großzügig gehandhabt, d.h man beließ es in der Regel
      bei Textstreichungen bzw. Beschlagnahmung der Briefe

      Immer wieder wurden in den Briefen die Strapazen und Qualen des Krieges, bisweilen auch seine Grausamkeiten zumindest angedeutet. Die Angst vor der Feldpostzensur scheint im Laufe des Krieges abzunehmen, nicht zuletzt da es die Zensurbehörden vermieden, offen in Erscheinung zu treten.

      Mündliche, aber auch schriftliche Äußerungen, die den Straftatbestand der >Wehrkraftzersetzung< erfüllten, wurden von der Wehrmachtjustiz ansonsten unnachgiebig verfolgt. Äußerungen in Briefen, die auf Zweifel am Sinn des Krieges schließen ließen oder sogar offene Kritik beinhalteten, bedrohten den Briefschreiber deshalb mit Gefängnis bis hin zur Todesstrafe.

      Historiker schätzen, daß der Militärjustiz während des Krieges zwischen
      30 000 und 40 000 Soldaten zum Opfer fielen
       

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