Einführung Feldpost in Kurzform

Die einzigsten Dinge, die dem Soldaten an der Front, das oft triste Los leichter ertragen lassen, waren die Aussicht auf Urlaub und Feldpost - die Verbindung zur Heimat !  Während es mit Urlaub in der Regel schlecht bestellt war und dieser nur selten gewährt wurde, bestand nahezu zu allen Zeiten die Möglichkeit Briefe, Postkarten, Telegramme und Päckchen zu schicken oder zu empfangen.
Dazu bedurfte es einer gut funktionierenden Organisation, nämlich der Feldpost.
Siehe Übersicht der Feldpostversorgung
 als Anhang am Ende der Seite !

Die Beförderung von militärdienstlichen Sendungen der im “ Operationsgebiet” eingesetzten Verbände und Privatsendungen für alle Wehrmachtsangehörigen waren weitestgehend gebührenfrei.  Das Operationsgebiet der Feldpost erstreckte sich vom Nordkap bis Nordafrika bzw. Atlantikküste bis nach Rußland . (siehe Übersicht weiter unten )
Für private Sendungen sah die Feldpostverfügung die Gebührenbefreiung für folgende Sendungen vor: Postkarten - Briefe
bis 250 g - (später bis 100 g ),  Päckchen (100 -250 g) und Luftfeldpost
Gebührenpflichtig gegen Inlandgebühren waren: Post- und Zahlungs- anweisungen an die Front bis 1000 RM, Postanweisungen und Zahlkarten in die Heimat bis 1000 RM,  Päckchen ab 250 g, Pakete + Telegramme.
Nicht zugelassen waren: Einschreib- und Wertsendungen, Postaufträge, Postnachnahmen, Rückscheinsendungen, und telegrafische Zahlungsanweisungen.
Im Verlaufe des Krieges wurden für die militärdienstlichen und privaten Sendungen zahlreiche, der Kriegslage bzw. Erfordernissen angepaßte Bestimmungen erlassen, die meistens eine Beschränkung zur Folge hatte.
Damit eine Sendung durch die Feldpost gebührenfrei befördert werden konnte, mußte sie einigen Bedingungen , entsprechend den Vorschriften, gerecht werden,    
Neben der Bezeichnung “ Feldpost” + “Luftfeldpost” diente vor allem die Anschrift auf jeder Sendung im Verkehr Heimat - Front dem äußeren Erkennen als Feldpostsendung:  

 a) die getarnte Anschrift : Dienstgrad - Name - Feldpostnummer ab Dez. 39 : wie vor mit Angabe Luftgaupostamt :z.Bsp. LGPA Wien 

 b) die halboffene Anschrift: Dienstgrad - Name - Feldpostnummer - Leitstelle/Postleitstelle/ Abholpostamt 

 c) die offene Anschrift: Dienstgrad - Name - Einheit - Ort

Bei Feldpostverkehr Front - Heimat mußte ursprünglich der Briefstempel der Einheit abgeschlagen werden  ( Nachgebühr bei Nichtbeachtung) - wurde mit Verfügung Nr. 96/1941 vom 14. November aufgehoben

Feldpostnummern   Aus Gründen der Geheimhaltung erhielten alle Einsatzverbände Feldpostnummern zugeteilt als Anschrift oder Absenderangabe. Die Zuordnung erfolgte willkürlich, ohne jegliches System, was hätte entschlüsselt werden können.
Die FpNr bestand während des Krieges aus einer fünfstelligen Zahl und blieb für die Einheiten stets unverändert
Für den einzelnen Sodaten bedeutete hingegen eine Versetzung zu einer anderen Einheit auch den Wechsel seiner Feldpostnummer.

Jede selbstständige Einheit ( Kompanie, Batterie, etc.)erhielt eine eigene Feldpostnummer
Nachgeordnete zusätzliche Buchstaben A, B, C ..... bezeichnen dann eine untergeordnete Einheit, z. B. Stab oder Kompanie innerhalb eines Bataillons. Zusätzliche Buchstaben vor der Feldpostnummer hatten folgende Bedeutung:

 L : mit Angabe des Luftgaupostamtes - FpNr für Einheiten der Luftwaffe 
 M: für Feldpostnummern schwimmender Einheiten Marine + Landmarineeinheiten
 SCH: mit Angabe eines Abholpostamtes: FpNr der Landmarineeinheiten des Küstenschutzes

Das Kennnummern System: 
Sowohl den Feldpostämtern als Empfänger am Endpunkt aller Leitwege als auch den Postleitpunkten wurde eine dreistellige Kennnummer zugeordnet. Diese Kennnummern waren den Absendern in der Heimat nicht bekannt. Lediglich auf nachzuweisenden Sendungen ( Dienstbriefe ) die nur im feldposttalischen oder truppendienstlichen , nicht aber im privaten Bereich zugelassen waren. Mit diesem System war sowohl die Tarnung und Geheimhaltung als auch dem Verlangen der Truppe nach rascher und einwandfreier Beförderung der Feldpost- sendungen zur Front entsprochen werden. 

 Entschlüsselung von Feldpostnummern und Lokalisierung
Ob ein Brief aus Stalingrad /Afrika / Norwegen / Frankreich oder Ostpreußen kommt, ist in der Regel nicht erkennbar. Deshalb muß anhand der verschiedenen Merkmale auf dem Brief der Name der Einheit und der Verbleib entschlüsselt werden. 

a) Entschlüsselung der Feldpostnummer: 
d.h. Zuordnung Feldpostnummer - Einheit erfolgt mit den 3 Bänden Die deutsche Feldpostübersicht 1939 - 1945 von Norbert Kannapin unter Berücksichtigung des Datums.                                 

b) Lokalisierung :  d.h. Zuordung Einheit - Standort der Einheit: 
Ausgang: mit dem Namen der Einheit [ unter a) ermittelt ] kann aus den 16 Bänden
“ Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen - SS 1939 - 1945” von G. Tessin der Standort der Einheit ermittelt werden.                           

Entschlüsselung der Kennnummern: 
Zuordnung der Feldpostämter + Dienststellen + Lokalisierung - Ausgang: 3 stellige Kenn-Nr. auf Dienstbriefen / selten z. Teil auch bei normalen Briefen : erfolgt mit 

c) : DIE DEUTSCHE FELDPOST 1939 - 1945 - Organisation und Lokalisation der Feldpostämter und Feldpostdienststellen. von Norbert Kannapin  oder                                            

d) Kenn-Nummern der Feldpostämter 1939 - 1945 Zuteilungen, Einsatzzeiten, Einsatzräume von Klaus Böhm
 

Weitere Informationen über die deutsche Feldpost ?
Besonders empfehlen möchte ich hier das Buch unseres Sammlerfreundes Gerhard Oberleitner :
Geschichte der deutschen Feldpost 1937 - 1945 Verlag Steiger ISBN 3 - 85423-111-3
mit detailierten Informationen über das gesamte Gebiet der Feldpost mit vielen Abildungen (Fotos, Karten, Feldpostbriefen +Briefinhalten ) - sehr interessant nicht nur für Sammler von Feldpost          
                 

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